Schulprogramm

 

 

Anstelle eines Vorwortes...

 

Das vorliegende Schulprogramm der Gerhart- Hauptmann- Schule, GHS  ist eine evaluierte Fassung des Schulprogramms von 2001.

Es zeigt die gewachsenen Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit aber auch die Ziele, die wir uns für die weitere Arbeit setzen.

In einer sich immer schneller verändernden Welt kann die Schule nicht ein abgeschlossener Mikrokosmos sein. Sie steht ständig in Wechselbeziehungen zu ihrer Umwelt, öffnet sich neuen Partnern und Strömungen. In diesem Sinne ist sie weltoffen und ein lernfähiges System.

Sie muss aber auch einen Schutzraum für die ihr anvertrauten Schüler darstellen können, in dem die Schüler sich als soziale Wesen verstehen und entwickeln können.

In den vergangenen Jahren hat unsere Schule immer mehr neben der Wissensvermittlung die Aufgaben eines „sozialen Trainings“ übernehmen müssen.

So hat sich dieses Schulprogramm verändert und neue Fragestellungen aufgenommen.  In regelmäßigen Abständen soll weiterhin überprüft werden, ob wir mit den beschriebenen Zielen der Gesellschaft und damit unseren Schülern noch gerecht werden.

Diese Revision kann aber nur Erfolg haben, wenn ein Grundkonsens unter den am Schulleben beteiligten Gruppen weiterhin besteht.

 

Alsdorf, im Februar 2006

 

                                                                           ----------------------------------------------

                                                                                      Axel Ehl, Schulleiter







 


Erläuterungen zum Profil der Gerhart-Hauptmann-Schule

 

 

I.                  Berufswahlvorbereitung

 

Die Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt beginnt im  7. Schuljahr mit Betriebsbesichtigungen und einem einwöchigen

Schnupperpraktikum zum Ende des 8. Schuljahres. Im Wirtschaftslehreunterricht werden diese Besichtigungen und das Praktikum vorbereitet und in der Schule ausgewertet. Die Schüler lernen erste Berufsbilder kennen.

Im 9. Schuljahr leisten die Schüler in Betrieben ihrer Wahl nach Beratung durch Schule und Berufsberater ein dreiwöchiges Praktikum. Die Auswertung und Vorbereitung erfolgt in der Schule und in einem mehrtägigen Seminar in Aachen

Im 10. Schuljahr stehen wieder Praktikum und Berufsanfängerseminar im Programm des Berufswahlfahrplans. Am Ende dieser dreijährigen Vorbereitung soll der Schüler in der Lage sein, sich richtig einzuschätzen und eine begründete Berufswahl zu treffen.

Ein Teil der Schüler aus den Klassen 10 beginnt nach dem Abschlusszeugnis nicht mit einer Berufsausbildung, sondern besucht mit den nötigen Qualifikationen Fachschulen oder Fachoberschulen, um einen höheren Schulabschluss vor der Ausbildung zu erreichen.

An einem Tag im Monat steht der Berufsberater einen Vormittag zu Gesprächen mit

Eltern und Schülern in der Schule bereit. Seit dem Schuljahr 07/08 nimmt die Schule teil am Projekt „ Berufswegeplan“ des Kreises Aachen  mit verschiedenen Angeboten für Schüler, Lehrer und Eltern.

 

II.               Individuelle Förderung

 

Ab der Klasse 5 werden besondere Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler festgestellt. Das geschieht durch Beobachtung, Tests und eine intensive Auswertung der Grundschulgutachten. Daraufhin werden Fördergruppen gebildet, die bestimmte Schwerpunkte in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Englisch abdecken. Jeder Schüler  kommt in eine dieser Fördergruppen, in der  er nach seinen Bedürfnissen gefördert wird. Diese Förderung dauert zwischen einem halben Jahr und einem ganzen Schuljahr. Die Förderschwerpunkte werden jedes halbe Schuljahr von der Klassenkonferenz  für jeden Schüler neu festgelegt. Die Ergebnisse der Förderung werden aufgeschrieben und ausgewertet, damit ständig eine Kontrolle des Erfolgs der zusätzlichen Unterrichtsstunden möglich ist.

 

III.           Informatikunterricht

 

Unsere Schule ist mit neuen PC`s ausgestattet, die in einem Netzwerk arbeiten. Ein sog. Intranet ermöglicht den Zugriff der Schüler auf Informationen aus dem Internet. In einigen Klassen stehen Rechner ohne Internetanschluss, die den Schülern das Üben in Rechtschreibung, Mathematik, Erdkunde und anderen Fächern ermöglichen.

Der Informatikunterricht beginnt in der 5. Klasse. Die Schüler werden mit der Bedienung der Geräte vertraut gemacht und lernen den Umgang mit der grafischen Benutzeroberfläche. Es folgt das Erstellen und die Bearbeitung von Textdokumenten und Grafiken. Auch einfache Internetanwendungen werden genutzt.

Der Schwerpunkt in der Mittelstufe liegt bei den klassischen Anwendungen – Textverarbeitung, Datenverarbeitung und Tabellenkalkulation. Dabei wird das Hauptgewicht auf die Textverarbeitung gelegt. Dies wird weitergeführt zum Einbinden anderer Objekte (Bilder, Klänge...) und führt zum Erstellen von Postern, Präsentationen und Webseiten.

In den Klassen 9 und 10 ist das Arbeiten im Netz/Internet das Hauptthema. Insbesondere geht es um die sinnvolle Nutzung z. B. Suchen und Suchmaschinen, Newsgroups, e-mail. Ein wichtiger  Aspekt sind dabei die Gefahren im Netz und die Verlässlichkeit der Informationen.

 

IV.            Streitschlichtung

 

In einem einjährigen Kurs werden ausgesuchte Schüler der 8.oder 9. Klassen auf diese Arbeit vorbereitet.

Sie lernen Gesprächsführung, zuhören – können und Vorschläge zur Schlichtung erstellen.

Im 10. Schuljahr werden diese Streitschlichter bei Streitigkeiten zwischen Schülern der Orientierungsstufe (5. u. 6. Klasse) eingesetzt. Diese Streitschlichter sind auch die „Paten“ für die Schulneulinge. Sie kümmern sich in den Pausen um die Neulinge und beraten sie bei auftretenden Problemen.

 

V.               Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

 

Seit dem Schuljahr 2004/05 findet eine zahlenmäßig begrenzte Integration von lernschwachen Schülern in der 5. Jahrgangsstufe statt. Diese Integration wird im Schuljahr 09/1o im 10. Jahrgang fortgeführt, während im 5. Jahrgang wieder eine begrenzte Anzahl von Schülern aufgenommen wird..

Besonders ausgebildete, zusätzliche Lehrer fördern neben den Klassenlehrern und den Fachlehrern diese Schüler. Daneben werden seit über 15 Jahren Schüler mit Defiziten im sozial-emotionalen Bereich und dem Bereich Sprachentwicklung  an unserer Schule zu einem Abschluss geführt.

Somit bietet unsere Schule in drei sonderpädagogischen Schwerpunkten eine Beschulung an, die allerdings zahlenmäßig begrenzt werden muss. 

 

VI.     Ganztagsbetrieb in der  Eingangsstufe

 

An drei oder vier Tagen in der Schulwoche werden die Schüler im Ganztag beschult. An diesen Tagen dauert  die Betreuung von 7.45 Uhr bis 15.oo oder 16.oo Uhr. Zwischen 13.oo Uhr und 14.00 Uhr ist eine Mittagpause , in der die Schüler eine warme Mahlzeit einnehmen können.

Schüler im Ganztag haben 9 Unterrichtsstunden mehr als Schüler an Halbtagsschulen.

Diese Stunden werden zur besonderen Förderung in den Hauptfächern und im musischen Bereich, im Sport- und  Kunstbereich verwendet.

Ein großes Freigelände an der Schule mit einem Spiel- und  Bolzplatz wurde für den Ganztagsbetrieb erstellt. Leseraum und Bastelraum laden zum Verweilen in den Pausen ein.

Unterrichtsstunden wechseln sich an den Ganztagen ab mit Stunden , die mehr der Entspannung und der Persönlichkeitsbildung dienen.

Für die Eingangsklassen werden in jedem Jahr Klassencomputer angeschafft, damit von Beginn an der PC Bestandteil des Lernmaterials ist. Außerdem stehen für alle  Klassen ein Informatikraum und ein Internetkaffee zur Verfügung.

In den Jahrgangsstufen 5/6 findet folgende Schwerpunktsetzung statt:

 

a)      individuelle Förderung  (basierend auf vorangegangener Diagnostik)

b)      Verbesserung der Basiskompetenzen  ( Lesen, Schreiben, Rechnen)

c)       Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

d)      Erweiterung der Methodenkompetenz und des selbstständigen Lernens

 





Inhalt

 

 

 

 

 

  Kapitel

Seite

1.

  Erzieherisches Grundverständnis

6

2.

  Schulstruktur

7-8

2.1

  Rahmenbedingungen

 

2.2

  Klassenlehrerprinzip

 

2.3

  Teams

 

2.4

  Konferenzen

 

2.5

  E und G Kurse

 

2.6

  Abschlüsse

 

3.

  Unterrichtsinhalte

9-15

3.1

  Unterrichtsprinzipien

 

3.1.1

  Zukunftsorientierung

 

3.1.2

  Schülerzentriertheit

 

3.1.3

  Handlungsorientierung/Eigentätigkeit

 

3.1.4

  Differenzierung

 

3.2

  Stufenarbeit und Schwerpunkte

 

3.2.1

  Übergang von der GS in die Hauptschule

 

3.2.2

  Arbeit in der Erprobungsstufe

 

3.2.3

  Klasse 7/8

 

3.2.4

  Klasse 9/10

 

3.3

  Projekte

 

3.4

  Umwelterziehung

 

3.4.1

  Energieeinsparung

 

3.4.2

  Müllvermeidung

 

3.4.3

  Müllentsorgung

 

3.5

  Projekt „Zeitung in der Schule“

 

3.6

  Informatikunterricht

 

3.7.

  Muttersprachlicher Unterricht in Türkisch

 

4.

  Förderschwerpunkte

16-20

4.1

  Gemeinsamer Unterricht  (GU)

 

4.2

  Projekt „Jugend 2000“

 

4.3

  Mädchenförderung

 

5.

  Prävention

     21-23

5.1

  Gewaltprävention - Streitschlichtung

 

5.2

  Suchtprävention

 

5.3

  Trainingsraumprogramm  ( TR )

 

6.

  Berufswahlvorbereitung

24-27

6.1

  Aufgaben

 

6.2

  Praktika

 

6.3

  Berufsberatung

 

6.4

  Berufsanfängerseminare

 


 

7.

 Schulleben

28-29

7.1

  Elternarbeit

 

7.2

  Förderverein

 

7.3

  Feste – Feiern – Klassefahrten

 

7.4

  SV – Arbeit und Pausenverkauf

 

8.

Öffnung von Schule

30-34

8.1

Arbeitsamt

 

8.2

Bücherei

 

8.3

Kirche

 

8.3.1

Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden

 

8.3.2

Zusammenarbeit mit der CAJ

 

8.4

Schüler – Jobbörse – Alsdorf

 

8.5

Unfallrettungsdienst

 

8.6

Mofakurse

 

8.7

Schülerwettbewerbe

 

8.8

Interkulturelle Verständigung

 

9.

Evaluation

35

9.1

Begründung von Evaluation

 

9.2

Ablauf der Evaluation

 

9.3

Methoden der Evaluation

 

9.4

Grundsätze der Evaluation

 

10.

Perspektiven

36


1. Erzieherisches Grundverständnis

 

 

Demokratisches Verhalten ist die Grundlage unseres Schullebens. Dabei ist die Mitgestaltung der Schüler notwendige Voraussetzung. Mit zunehmendem Alter wachsen ihre Gestaltungsräume und ihre soziale Verantwortung.

 

Respekt und Achtung  gegenüber jedem Menschen unabhängig von Religion, Hautfarbe, Nationaliät oder sozialer Gruppenzugehörigkeit ist uns ein zentraler Leitgedanke.

 

Erziehung zur Toleranz begreifen wir als einen Lernprozess, der Schüler und Lehrer befähigt, „Flagge zu zeigen“ für Menschenrechte und Gewaltfreiheit. Durch Neugier und Offenheit gegenüber „Fremden“ wollen wir Ängste und Vorurteile abbauen.

 

Meinungsfreiheit, gegenseitige Hilfe und gemeinsames Handeln wollen wir durch unser erzieherisches Wirken fördern.

 

Dies ist die Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit am/im Lernort Schule, die vielfältige Lernprozesse initiiert.

 

Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht die Förderung und Forderung der Schülerpersönlichkeit. Wir wollen mit den Schülern Voraussetzungen schaffen, den eigenen Weg für die Lebensgestaltung zu finden und zu gehen.

 

Der erfolgreiche Besuch der Hauptschule eröffnet den Zugang zu einer Vielzahl von Ausbildungsberufen.

Er ermöglicht den Erwerb verschiedener Bildungsabschlüsse und die damit verbundenen Zugangsvoraussetzungen zu weiterführenden Schulen.

 

Damit bleiben als wesentliche Ziele unserer Arbeit

 

·     die Vermittlung von qualifiziertem Fachwissen

·     das Einüben von Lern- und Arbeitsmethoden

·     sowie eine umfassende Sozialerziehung

·     die Hinführung zum Umgang mit neuen Medien .

 

Lernen und Arbeiten in der Schule gestalten wir als Initiatoren, Helfer und Berater. Damit schaffen wir die Voraussetzungen zu Wissenserwerb, selbständigem Lernen und verantwortungsvollem Handeln.

 

Die vielfältigen Anforderungen an uns Lehrer können wir nur durch intensiven Austausch untereinander, durch solidarisches Handeln und durch Fort- und Weiterbildung leisten.

 

Gemeinsam mit Eltern, Fachleuten, öffentlichen Einrichtungen wie Verbände, Betriebe, Kirchen, Ämter, Berufsberatung usw. wollen wir die Aufgaben von Schule lösen.

 

Der Erfolg unserer pädagogischen Arbeit ist u.a. abhängig von den Rahmenbedingungen wie Lehrerbesetzung, Klassenfrequenzen, räumliche und materielle Ausstattung.


2.     Schulstruktur

 

2.1     Rahmenbedingungen

 

Die Gerhart – Hauptmann – Schule ist eine von zwei verbliebenen Hauptschulen im Bereich  der Stadt Alsdorf. Bis Mitte der 80iger Jahre gab es noch sechs Hauptschulen in der Stadt.

Sie trifft im Schulträgerbereich auf eine Sonderschule, eine andere Hauptschule, zwei Realschulen, eine Gesamtschule und ein Gymnasium.

Ihre Schülerzahl hat sich in den letzten fünfzehn Jahren von ca. 280 Schülern auf etwa 400 Schüler gesteigert.

Daher waren umfangreiche Umbauten und Anbauten notwendig, um die gestiegene Schülerzahl lehrplangerecht unterrichten zu können. So kam 1989 ein Anbau mit vier Klassenräumen und zwei Fachräumen zur bisherigen Bausubstanz dazu. 1997 – 1999 entstanden fünf Klassenräume und drei weitere Fachräume.

Rund 390 Schüler werden von 30 Lehrern und Lehrerinnen betreut. Zum Kollegium gehören auch drei Sonderschullehrer für den “Gemeinsamen Unterricht” und die „Integrationsklassen“ (siehe S. 16) sowie ein türkischer Lehrer für den “Muttersprachlichen Unterricht”.

Die Schule liegt im Zentrum Alsdorfs und bekommt ihre Anmeldungen aus sechs Grundschulbereichen.

Sogenannte “soziale Brennpunkte” gehören zum Einzugsbereich der Schule. Die Anmeldezahlen schwanken zwischen 62 und 72 Schülern. Die Entlassjahrgänge sind zwischen 80 und 90 Schülern stark. Das bedeutet, dass etwa 25 % der Entlassschüler im Laufe ihrer Schulzeit vom Gymnasium, der Realschule und der Gesamtschule zu unserer Schule gewechselt haben.

 

 

2.2           Klassenlehrerprinzip

 

Diese Prinzip bedeutet, dass an unserer Schule der/die KlassenlehrerIn die Schülergruppe von der 5. bis 7. Klasse führt. Der/die KlassenlehrerIn deckt in seiner Klasse den größten Teil des Unterrichts ab. Nach Klasse 7 erfolgt in der Regel ein Klassenlehrerwechsel.

Die starke Klassenlehrerbindung ermöglicht die Bildung eines intensiven Vertrauensverhältnisses zu Schülern und Eltern .

 

 

2.3           Teams

 

Um eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung zu gewährleisten, ist das Kollegium in Teams organisiert.

Zum Klassenteam gehören alle Lehrer der Klasse und der GU Lehrer.

Zum Jahrgangsstufenteam zählen alle Lehrer, die in der Jahrgangsstufe unterrichten und der GU Lehrer.

Bei der Zusammensetzung der Teams wird darauf geachtet, dass möglichst alle Fächer der Klasse oder Jahrgangsstufe durch das Team abgedeckt werden. So ist jeder Lehrer mit Ausnahme der Fächer Religion, Physik, Chemie und Sport vorwiegend in einer Stufe beschäftigt. Das bringt Vereinfachungen bei der täglichen Vorbereitung des Unterrichts und eine stärkere Kommunikation der Teamkollegen untereinander mit sich.

 

2.4           Konferenzen

 

Um Entscheidungsprozesse, Abstimmungen und Unterrichtsverfahren, Förderpläne usw. in einen Rahmen zu stellen, wurde eine Konferenzstruktur entwickelt:

 

Die Lehrerkonferenz findet etwa viermal im Jahr statt. Hier werden u.a. die Schulkonferenzen vorbereitet.

Pädagogische Konferenzen werden zweimal im Jahr durchgeführt. Sie dienen der schulinternen Fortbildung.

Die zweiwöchentlichen Kommunikationskonferenzen bilden den  Kern der Konferenzstruktur.

Zu Beginn steht eine Gesamtkonferenz, in der Termine abgestimmt und Absprachen, die für die ganze Schule gelten, getroffen werden. Die anschließende Zeit ist für die Arbeit in den Teams vorgesehen.

Die Fachkonferenzen finden zu Beginn, die Monita-/Versetzungskonferenzen zum Ende der Halbjahre statt.

 

 

2.5         E und G Kurse

 

Ab der 7. Klasse werden die Fächer Mathematik und Englisch in Leistungsdifferenzierung unterrichtet. Die Schüler werden nach ihrer Eignung zu Ende der 6. Klasse in diesen Fächern in

E–Kurse (Erweiterungskurs) und G–Kurse (Grundkurs) eingeteilt.

Zum Halbjahreswechsel findet die erste Überprüfung der Einteilung statt. Danach sind die Zeugnistermine der Zeitpunkt, zu dem Wechsel stattfinden können.

 

 

2.6         Abschlüsse

 

An unserer Schule können alle Abschlüsse der Sek. I erworben werden. Das sind:

 

A        Hauptschulabschluss

          Dieser Abschluss wird mit der Versetzung in die 10. Klasse erreicht. Schüler, die

Ihre Schulpflicht ( 10 Schulbesuchsjahre) erfüllt haben, können mit diesem
Abschluss

die Schule verlassen.

 

B        Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss nach Klasse 10

Dieser Abschluss ist immer noch die Basis für viele Handwerksberufe und
Ausbildungen

in der Industrie. Auch Fachschulen an den Berufskollegs können mit dieser

Qualifikation besucht werden.

 

C        Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife

Die Fachoberschulreife (früher Realschulabschluss) ist heute für viele Berufe
die Einstiegs-Qualifikation, für den Bereich der Fachoberschulen ist sie
bindend.

 

D         Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife mit Qualifikation für die
Gymnasiale Oberstufe

Dieser Abschluss beinhaltet alle Berechtigungen der Fachoberschulreife und
zusätzlich die Möglichkeit in die Klasse 11 (Oberstufe) von Gymnasien, Gesamtschule oder Berufskolleg überzuwechseln.

 

 

 

3.       Unterrichtsinhalte

 

 

3.1     Unterrichtsprinzipien

 

Unser unterrichtliches Handeln basiert vor allem auf folgenden Prinzipien.

 

3.1.1   Zukunftsorientierung

 

Es ist sehr wichtig, unsere Schüler zu Persönlichkeiten zu erziehen, die auf zukünftige Lebenssituationen vorbereitet sind. Dies gilt sowohl in Bezug auf die Ansprüche des Berufslebens als auch auf eigene Fähigkeiten, Interessensbereiche und Grenzen. Das Bewusstsein für die Zukunft der Erde und der folgenden Generationen ist ebenfalls Bestandteil dieses Prinzips.

 

3.1.2     Schülerzentriertheit

 

Die Auswahl der Unterrichtsinhalte und Methoden orientiert sich unter Beachtung der Richtlinien an den Fähigkeiten und Möglichkeiten, aber auch an den Erwartungen der SchülerInnen. So können sie  manche Unterrichtsinhalte mitplanen und mitgestalten.

 

3.1.3     Handlungsorientierung/Eigentätigkeit

 

Dort wo es um das Verstehen komplexer kognitiver Probleme geht, erleichtert und stützt das selbstständige Erproben, Untersuchen, Verändern und Herstellen, kurz das „Lernen mit der Hand“. Es ist wesentliches Element unserer Projektarbeit und hat, wenn auch in veränderter Form, seit vielen Jahren eine Tradition an unserer Schule.

Das gleiche gilt für reformpädagogisch orientierte Unterrichtsmethoden.

 

3.1.4     Differenzierung

 

Es ist Unterrichtsprinzip an unserer Schule, durch inhaltliche und organisatorische

Differenzierung SchülerInnen mit Lern -und Verhaltensdefiziten, Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit unterschiedlichen Voraussetzungen für Unterricht und Schule in eine gemeinsame Arbeit zu integrieren.


3.2     Stufenarbeit und Schwerpunkte

 

3.2.1       Übergang von der Grundschule in die Hauptschule

 

Um einen schülergerechten Übergang von der Grundschule in die Hauptschule zu gewährleisten, sind folgende Vorbereitungen vorgesehen:

 

3.2.2       Arbeit in der Erprobungsstufe

 

Die Arbeit in der Erprobungsstufe ist geprägt von folgenden Leitgedanken:

Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung des Schülers.

Schwerpunkte der Arbeit sind Diagnose und Förderung des Lern- und Leistungsvermögens eines jeden Schülers. Aufbauend auf den bereits erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten aus der Grundschule werden neue Lerninhalte erarbeitet und verschiedene Sozialformen eingeübt. Auf den Erwerb von Lern- und Arbeitstechniken wird besonderer Wert gelegt. Im Klassenverband werden die Schüler zu gegenseitigem Respekt und zum miteinander Lernen erzogen. Freude am Lernen und Anstrengungsbereitschaft sollen durch differenzierte erreichbare Lernziele gefördert werden. Dabei kommt dem konkreten Umgang und Experimentieren mit dem Lerngegenstand besondere Bedeutung zu. Mit dem Fach Profa wird den Schülern Raum für projektorientiertes Lernen gegeben.

 

Um die Arbeit möglichst erfolgreich zu gestalten, achten wir auf:

 

 

.

 

3.2.3 Klasse 7 / 8

 

In diesen Klassen wird in den Fächern Mathematik und Englisch nach Leistung differenziert. Es werden die G – und E – Kurse gebildet. In den E – Kursen nehmen die Schüler teil, deren Leistung am Ende des 6. Schuljahres mit gut bewertet werden..

Neu ist  der Bereich Arbeitslehre mit den Fächern Wirtschaftslehre, Technik und Hauswirtschaft. Technik und Hauswirtschaft werden halbjährlich in Gruppen unterrichtet. Diese Fächer werden von den Schülern positiv angenommen, weil in diesen Fächern die praktische Arbeit im Vordergrund steht.

 

3.2.4  Klasse 9/10

 

Im Mittelpunkt dieser Stufe steht die persönliche Lebens- und Zukunftsplanung der Schüler, insbesondere die Berufsfindung.

 

·     Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln werden in zunehmendem Maße verlangt. Das Leistungsprinzip erhält ein größeres Gewicht.

 

·     Während die schulischen Anforderungen steigen, nimmt der Stellenwert des Lernens im Leben etlicher Schüler jedoch erheblich ab. Andere Interessen treten in den Vordergrund. Dies führt manchmal zu Leistungsabfall mit gravierenden Folgen.

 

·     Ein weiterer Teil der Schüler erkennt die Bedeutung des schulischen Lernens zur Erreichung ihrer beruflichen Ziele und kann seine Leistungen steigern.

 

·     Hinzu kommen weiterhin noch die Schüler, die aus Realschule und Gymnasium zu uns wechseln. Sie erhalten mit dem Wechsel einen neuen Anfang ihrer schulischen Laufbahn.

 

·     Mit dem Zeugnis der Klasse 9,  2. Halbjahr werden die Zugangsvoraussetzungen zu 10 A oder 10 B entschieden.

 

·     Am Ende der 9. Klasse wird der erste Abschluss vermittelt

    (Hauptschulabschluss nach Klasse 9).

 

·     Dieses Zeugnis ist häufig Grundlage für Bewerbungen im 10. Schuljahr, 1.Halbjahr.

 

·     Die Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung (vgl. 6.1 - 6.4) nehmen einen breiten Raum im Unterricht der Fächer AW, G/P, D, Mathe u. AT ein. Darüber hinaus finden Praktika und das BAS für jeden Schüler verpflichtend statt.

 

·     Ab der Klasse 9,  verstärkt in Klasse 10, bewerben sich die Schüler um Ausbildungsplätze.

 

·     Mit dem Ende der 9. Klasse werden die bisherigen Klassenverbände aufgelöst.  Je nach Zusammensetzung einer Jahrgangsstufe werden neue 10. Klassen nach Typ A und Typ B gebildet. Damit entstehen neue Klassenverbände mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten.

 

·     Während in der Klasse 10, Typ A in vielen Fächern verstärkend und vertiefend gearbeitet

wird, werden in der Klasse 10 Typ B die Zusatzqualifikationen zum Erwerb der

Fachoberschulreife erworben.

 

 

 

3.3     Projekte

 

Ein fester Bestandteil unserer schulischen Arbeit ist die Projektarbeit. Lehrerzentrierte Arbeitsweisen und fachspezifisch bezogene Unterrichtsinhalte treten im Verlauf von Projekten in den Hintergrund. Sie werden ersetzt durch fächerübergreifendes, handlungsorientiertes Arbeiten. Durch projektorientiertes Arbeiten möchten wir unsere Schüler zu planungs- handlungs- und kooperationsfähigen Menschen erziehen.

 

Projekte finden in unserer Schule statt in Form von Projektwochen, in deren Verlauf in allen Klassen und Stufen zu einem bestimmten Thema gearbeitet wird. Wegen des geringeren organisatorischen Aufwands finden Projekte häufig aber vor allem auf Jahrgangsstufen- und Klassenebene statt.

 

Inhaltlich haben Projekte an unserer Schule meist folgende Schwerpunkte:

 

-        Aufgreifen gesellschaftlich relevanter Themen ( z.B.Umweltproblematik, Zusammenleben mit Menschen anderer Herkunft, Suchtprophylaxe ...)

-        Herstellung von Produkten, die für die Schule von Bedeutung sind und das Lernumfeld Schule positiv verändern

-        Erstellung von künstlerischen Produkten für Flur- und Klassengestaltung

 

 

Bei der Festlegung der inhaltlichen Schwerpunkte legen wir Wert darauf, dass die beteiligten Schüler ihre Bedürfnisse und Interessen einbringen können.

 

Den Abschluss von Planung und Ausführung bildet die Dokumentation des Projektverlaufs, die gleichzeitig die Kommunikationsfähigkeit der Schüler fördert. 

Die Ergebnisse werden durch Ausstellungen , Presseartikel oder durch die  Teilnahme an Wett-bewerben (siehe Punkt 8.7) der Beurteilung und Kritik anderer zugänglich gemacht.

 

 

3.4   Umwelterziehung

 

 

Insbesondere in unserer Zeit ist die Umwelt einem stetigen, oft radikalen Wandel unterworfen. Deshalb thematisiert Umwelterziehung Inhalte des Schutzes der Umwelt. Diese Inhalte bzw. Themen dürfen jedoch nicht allein Angelegenheit des naturwissenschaftlichen Bereiches bleiben, obwohl gerade dort und im Bereich Technik besonders auf den Schutz vor gesund­heitsschädlichen Stoffen sowie auf Wiederverwendung der Materialien und Abfallvermeidung geachtet wird.

 

Sie müssen flächerübergreifend behandelt werden. Es ist zu erörtern, was die Allgemeinheit und der Einzelne zum Umweltschutz beitragen können. Wir bemühen uns, den Jugendlichen immer wieder konkret vor Augen zu fuhren, dass eine gesunde Umwelt für die menschliche Gesundheit unerlässlich ist, dass letzten Endes die Maßnahmen des Umweltschutzes dazu beitragen, eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

 

 

3.4.1.  Energieeinsparung

 

Einsparung von Energie trägt zur Sicherung der Umwelt bei. Dies wird den Schülern der Gerhart-Hauptmann-Schule im Rahmen der Umwelterziehung konkret vor Augen geführt durch Projekte wie:

 

-    Isolierung und Begrünung eines großflächigen Flachdaches des Schulgebäudes. Materialien wurden vom Schulträger zur Verfügung gestellt. Die Ausführung der Arbeiten lag in den Händen eine Schüler/innen AG.

-    Isolierung des Schulspeichers, wobei auch in diesem Fall die notwendigen Materialien seitens der Stadt zur Verfügung standen und die Schüler/innen die Isolierung in Eigenarbeit ausführten.

-    Die Vermittlung des sinnvollen Umgangs mit Energie (Heizung, Strom) wird angestrebt.

 

 

3.4.2.  Müllvermeidung

 

Müll belastet, ja zerstört die Umwelt. Im Zuge der Umwelterziehung an der Gerhart-Hauptmann-Schule wird daraus resultierend diskutiert und konkret umgesetzt, wie Müll zu vermeiden ist.

 

Diese Thematik betreffend wurden die Schüler/innen kontinuierlich auf den Weg gebracht bzw. begründet dazu angehalten,

-  ihr Frühstück in umweitgerechter Verpackung zur Schule zu bringen und es
   in der Klasse einzunehmen

- für Getränke Mehrwegflaschen zu benutzen.

 

Der Frühstückspausenverkauf in der Schule ist verpackungsfrei; er wird von der Schülerfirma „Pausenschmecker AG“ organisiert.

 

 


3.5     Projekt „Zeitung in der Schule“

 

Das Projekt “Zeitung in der Schule”  findet jedes Jahr im 8. oder  9. Schuljahr statt.

In Zusammenarbeit mit den Aachener Tageszeitungen lesen die Schüler über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich im fächerübergreifenden Unterricht die Tageszeitung. Dabei werden Aufbau der Zeitung, verschiedene Textsorten, Meinungsbildung durch die Zeitung erkannt, politische Bildung wird gefördert. In Langzeitaufträgen erarbeitet jeder Schüler ein Wahlthema des Projektes. Anschließend haben die Schüler die Möglichkeit, ihre eigenen Produkte ( Berichte, Meinungen, Kommentare, Interviews) in der Zeitung gedruckt zu lesen.

 

 

 

 

3.6     Informatikunterricht

 

 

Der Informatikunterricht findet in allen Jahrgangsstufen einstündig statt. Somit ist eine kontinuierliche Arbeit im Umgang mit diesem Medium gewährleistet.

 

Wesentlicher Gedanke der pädagogischen Arbeit in diesem Fach ist die Wirkung der Informationstechnologien auf unseren persönlichen wie auch beruflichen Alltag. Keiner kann sich mehr den geänderten Kommunikationsgewohnheiten wie auch Produktionsverhältnissen widersetzen. Die Gerhart-Hauptmann-Schule versucht diesen Anforderungen gerecht zu werden.

 

Schon seit Mitte der 80er Jahre können die Schüler an der Schule mit Rechnern arbeiten. Seit 1998 gibt es einen modernen Rechnerraum, in dem 11 vernetzte Computer stehen, die auch einen Zugang zum Internet haben.

Die Gerhart-Hauptmann-Schule war damit die erste Alsdorfer Schule, die dies ihren Schülern bieten konnte.

Wesentlicher Gedanke ist den Schülern ein Grundrüstzeug an die Hand zu geben, dass sie auch anderweitig als ein Werkzeug (neben anderen ) im Unterricht nutzen können.

 

Der Computerraum verfügt über eine zeitgemäße (neue) Ausstattung. Die älteren Geräte sollen ggf für den Sprachunterricht als Vokabeltrainer eingesetzt werden.

 

-         Das Konzept des Informatikunterrichtes sieht in der Jahrgangsstufe 5 den spielerischen Umgang mit den Computern vor. Hierbei sollen auch grundlegende Begrifflichkeiten erarbeitet werden.

 

In der Jahrgangsstufe 6 erfolgt das Erlernen des Umgangs mit dem

Internet sowie dem Intranet. Weitere Schwerpunkte sind

Textverarbeitung sowie die Arbeitsweisen von Computern.

 


 

-         Einige Inhalte aus den Klassen 5 und 6 werden in der Jahrgangsstufe 7 und 8 wiederholend aufgegriffen und unter anderen Gesichtspunkten weitergeführt. Dies betrifft die Textverarbeitung und auch einfache Grafikanwendungen. Hierbei sollen auch andere Objekte (Klänge, Bilder...) eingebunden werden. Zusätzlich wird die Tabellenkalkulation eingeführt, wobei ein Rückgriff auf Kenntnisse des Mathematikunterrichts erfolgt. Grundlegende Begrifflichkeiten werden wiederholt.

 

In den Klassen 9 und 10 ist das Arbeit am Netz/Internet das

Hauptthema. Insbesondere geht es um die Nutzung von

Suchmaschinen, Newsgroups u.a.

 

 

3.7     Muttersprachlicher Unterricht in Türkisch

 

Zur Zeit besuchen etwa 60 türkische SchülerInnen unsere Schule. Sie gehören überwiegend zur zweiten oder sogar dritten Generation der in der BRD lebenden türkischen Familien und werden i.d.R. im islamischen Glauben erzogen.

Ziel des MSU ist, die Verbindung zur heimischen Kultur und Sprache aufrechtzuerhalten.

Ca. 90% der türkischen SchülerInnen nehmen am MSU teil. Der Unterricht wird mit mindestens drei Wochenstunden erteilt. Die EntlassschülerInnen können sich daa zur Fremdsprachenprüfung in Türkisch melden.

 

 

 

4.   Förderschwerpunkte

 

4.1 Gemeinsamer Unterricht

 

Seit 1995 besteht die gesetzliche Grundlage zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts an Hauptschulen. Gemeinsamer Unterricht heißt, dass in einer Hauptschulklasse einzelne oder mehrere Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf von Lehrer/innen der allgemeinen Schule und stundenweise von einer sonderpädagogischen Lehrkraft unter­richtet werden.

 

Bereits 10 Jahre vor der gesetzlichen Regelung wurden erziehungshilfebedürftige Schü­ler/innen an der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in enger Zusammenarbeit mit der Astrid-Lindgren-Schule (Schule für Erziehungshilfe) in Eschweiler-Weisweiler integrativ beschult. Grundlage des Gemeinsamen Unterrichts an unserer Schule ist von daher eine jahrelange Erfahrung in der Integration, die im Laufe der Zeit ausgebaut worden ist.

 

Ziel der Zusammenarbeit von Haupt- und Sonderschullehrer(inne)n im Gemeinsamen Unterricht ist die Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderung in den Unterricht. Jedem Kind! Jugendlichen soll dabei eine optimale, individu­elle Förderung beim gemeinsamen Lernen ermöglicht werden.

 

Bis zum Ende des Schuljahres 2003/04 konnten am Gemeinsamen Unterricht der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) ausschließlich Kinder und Jugendliche mit sonderpädago­gischem Förderbedarf teilnehmen, die nach den Zielen der Hauptschule (zielgleiche Förderung) unterrichtet wurden. Es handelt sich hier um Schülerinnen und Schüler mit Lern- und Entwicklungsstörungen in den Bereichen emotionale und soziale Entwicklung und Sprache.

Mit Beginn des Schuljahres 2004/05 ist eine Erweiterung der integrativen Beschulung erfolgt. Im Rahmen eines Schulversuchs können nun auch Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Lernen am Gemeinsamen Unterricht teilnehmen. Diese Schü­ler/innen werden in einem oder mehreren Fächern nach den Zielen einer Sonderschule z. B. der Schule für Lernbehinderte (zieldifferente Förderung) unterrichtet.

Aufgrund der beiden Organisationsformen integrativer Beschulung (zielgleiche und zieldifferente Förderung) sind auch verschiedene Schulabschlüsse möglich:

 

-   Hauptschulabschluss nach Klasse 9

-   Abschluss der Sekundarstufe 1 Typ A bzw. Typ B nach Klasse 10

-   Abschluss einer Sonderschule z. B. der Schule für Lernbehinderte.

 

Ausgehend vom Einzelfall wird für jedes Kind/ jeden Jugendlichen mit sonderpädago-gischem Förderbedarf ein Förderplan erstellt. Dies geschieht in Zusammenarbeit zwischen der Klassenlehrerin/ dem Klassenlehrer, den Fachlehrer(inne)n sowie der sonderpädago-gischen Lehrkraft und nach Möglichkeit unter Einbeziehung der Eltern und der Schülerin bzw. des Schülers.

In regelmäßigen Teamgesprächen werden die konkreten Fördermaßnahmen geplant, auf ihre Effektivität hin überprüft und ggf. verändert, im Team wird erörtert, ob die sonderpä­dagogische Betreuung einer Schülerin! eines Schülers in Einzelförderung, Kleingruppen­arbeit oder Teamteaching erfolgt.

 

Des Weiteren bemühen sich alle im Gemeinsamen Unterricht tätigen Lehrkräfte um eine enge Zusammenarbeit mit anderen am Erziehungsprozessbeteiligten (Erziehungsberechtigte, außerschulische Hilfssysteme).

 

 




Das folgende Schaubild gibt einen Überblick über die Organisation dieser Fördermaßnahme sowie eine Übersicht über die am Fördersystem beteiligten Personengruppen:

 


A.       Direkte Förderung

 

A.1     Einzelförderung findet statt durch

 

          -         Übungen zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

          -         Förderung der Wahrnehmung

          -         Förderung der Arbeitssorgfalt

          -         Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik

          -         Sensibilitätstraining

          -         Heranführen an Lern- und Arbeitstechniken

          -         Aufarbeiten von Lerndefiziten

          -         Aufarbeiten / Reflexion aktueller Probleme

          -         Trainieren von Ordnungsritualen

          -         u.a.

         

A.2     Förderung von SchülerInnen in der Kleingruppe geschieht durch

 

          -         Übungen zum Erkennen und Anerkennen von Regeln (Spiel-,

                    Gesprächs-, Gruppen-, Klassenregeln)

          -         Einüben von Konfliktlösungsstrategien

          -         Maßnahmen zur Sensibilisierung von Eigen- und Fremdwahrnehmung

          -         Übungen zum Einhalten von Ruhe

          -         u.a.  siehe auch  A.1

 

 

 

A.3     Förderung von Schülern durch klassenübergreifende Gruppen

 

          ... unter Berücksichtigung der bereits bestehenden sozialen / freundschaftlichen

            Beziehungen zwischen den Schülern paralleler Klassen

            Siehe auch A.2

A.4       In Klassen mit mehreren GU Schülern ist eine Förderung stundenweise durch

           Doppelbesetzung möglich. Sie organisiert sich in Formen wie

 

-           Teamteaching

            -           Aufteilen in Unterrichtender und Beobachter (Reflexion)

-           Teilen der Lerngruppen

 

A.5       In besonderen aktuellen Situationen findet durch den GU-Lehrer eine Beratung

bzw. eine Schlichtung  ( vgl. 5.3 ) statt.

 

 

 

B.        Indirekte Förderung

 

Sie bildet die 2. Säule der Organisation des Gemeinsamen Unterrichtes  an unserer Schule.  Hier nehmen  außerschulisch besonders die Kontakte zu

 

B.1      Jugendämtern,

 

B.2      Erziehungsberatungsstellen  sowie

 

B.3      Ärzten und Therapeuten                                           

 

Einfluss auf die Förderung im GU.

 

 

Im Bereich der Schule sind institutionalisiert

 

B.4     das Kernteam bestehend aus Klassenleitung und  GU- Lehrer + Sozialarbeiter

(Zukunftsvision), Treffen 1x wöchentlich, eingeschränkt durch schulorganisatorische

Maßnahmen

 

B.5     das Kernteam mit Eltern, Treffen in regelmäßigen Abständen

 

B.6     das Klassenteam bestehend aus Kernteam und Fachlehrern, Treffen 1x monatlich,

 

          das Stufenteam bestehend aus Kernteams, Fachlehrern der Stufe und Schulleitung

          Treffen alle 2 Monate

 

B.7     die Hausbesuche, die nach Absprache und Notwendigkeit durchgeführt werden.

 

 

 

4.2   Projekt „Perspektiven Jugend 2000“ / Förderklassen

 

 

Seit 1995 nahm unsere Schule teil am Projekt „Perspektive Jugend 2000“, einem speziellen Förderprogramm für benachteiligte Schüler im Kreis Aachen. Jugendliche, die beim Verbleib in der Regelklasse keine Chance gehabt hätten, innerhalb der Schulpflichtzeit einen Abschluss zu erreichen, wurden in unsere Förderklasse aufgenommen. Es waren vor allem

 

 

In kleinen Lerngruppen von 8 – 10 Schülern wurden diese Schüler durch handlungsorientierte Unterrichtsmethoden gezielt auf den Hauptschulabschluss hin gefördert und auf den Übergang ins Berufsleben vorbereitet. Wichtige Kooperationspartner waren das Arbeitsamt, das Berufskolleg Alsdorf, an dem die Schüler an einem Tag in der Woche unterrichtet wurden, sowie die „Kreisinitiative Sprungbrett“, die einen Sozialpädagogen zur Betreuung der Gruppen finanzierte. Die Fördermaßnahme verlief an unserer Schule sehr erfolgreich:

 

 

Trotz aller Erfolge und trotz der breiten Zustimmung durch das Kollegium und die Eltern für dieses Förderkonzept konnten wir im laufenden Schuljahr (2004/05) erstmals keine Förderklasse einrichten. Auf Kreisebene starb das Projekt bereits im vorangegangen Schuljahr, weil sich das Berufskolleg aufgrund der Personalsituation zum Ausstieg gezwungen sah und die Kreisinitiative „Sprungbrett“ wegen der Streichung von Landesmitteln die sonderpädagogische Fachkraft nicht mehr finanzieren konnte. Nachdem auch uns die erforderliche zusätzliche Stunden/Stellenzuweisung gestrichen wurde, bedeutete dies leider das Aus für unsere Förderklassen. Durch die Ressourcenverminderung blieb uns keine andere Wahl, als diese pädagogisch erfolgreiche Maßnahme einzustellen.

 

Da wir die Benachteiligtenförderung nach wie vor für eine unserer dringendsten Aufgaben halten, sind wir bemüht, nach Alternativen zu suchen, wie wir zukünftig Schüler und Schülerinnen mit den eingangs erwähnten Schwierigkeiten persönlich und fachlich so zu fördern, dass sie die Schulzeit erfolgreich beenden und der Übergang ins Berufsleben gelingen kann.

 

 

 

4.3     Mädchenförderung

 

Die Erweiterung sozialer Kompetenz bei Mädchen und Jungen ist ein Ziel schulischer Arbeit. Eine Sensibilisierung für und eine Veränderung von geschlechtsstereotypem Verhalten sollen erreicht werden.

Im Rahmen der Mädchenförderung werden verschiedene Fähigkeiten eingeübt:

 

 

Zu diesen Inhalten werden Projekte in den verschiedenen Jahrgangsstufen angeboten. Unterstützt werden diese Projekte z. T vom Land NRW und vom Mädchentreff der Pfarre Martin Luther. Projekte wie Wen – do – Kurse, „Verflixte Schönheit“, Freizeitgestaltung am Nachmittag, Rollenspiele und die Mädchensprechstunde gehören inzwischen zum Programm.

Im Rahmen der geschlechtsspezifischen Förderung sollen zukünftig auch im Bereich der Jungenförderung Projekte angeboten werden.




5.       Prävention

 

 

5.1     Gewaltprävention – Streitschlichtung

 

Schon in den 5er Klassen lernen die Schüler Konfliktlösungsstrategien kennen. Dies geschieht zunächst durch Bildung eines Klassenrates, in dem einmal in der Woche in einer Kreisrunde alle angefallenen Probleme besprochen werden.

Durch Rollenspiele, entsprechende Geschichten und Bildmaterialien werden die Rollen der Täter, Opfer und Helfer aufgearbeitet. Diese Methoden werden in den höheren Klassen fortgesetzt und durch Filme, Zeitungsberichte und Texte erweitert.

Besonders interessierte SchülerInnen machen dann eine Streitschlichterausbildung.

Dies erfolgt in einer Arbeitsgemeinschaft der 9. Klassen unter Anleitung qualifizierter LehrerInnen, der Mediatoren .

Die Streitschlichter helfen bei der Konfliktlösung jüngerer SchülerInnen in einem Schlichtungs-verfahren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche  sich eher an Gleichaltrige wenden, um ihre Konflikte zu lösen.

Ziel der Streitschlichtung ist es, Lösungswege eines Konfliktes  durch die Kontrahenten selber zu finden. Der Streitschlichter hilft dabei und sorgt mittels eines Vertrages dafür, dass die Lösungs-vorschläge auch eingehalten werden.

 

 

5.2     Suchtprävention

 

Aus dem „Landesprogramm zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs“ geht hervor, dass es eine wichtige Aufgabe der Schule ist, vorbeugend gegen Sucht- und Drogengefahren aktiv zu sein.

Ein Kollege unserer Schule arbeitet – nachdem er sich durch eine mehrjährige Weiterbildungsmaßnahme auf diese Arbeit vorbereitet hat – seit  1995 als Beratungslehrer.

 

Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit gehören:

 

 

Schule  allein vermag nicht, die Kinder vor Sucht und Drogengefahren zu bewahren, denn vor allem die Eltern sind es, die den größten erzieherischen Einfluss ausüben können. Weil  Suchtverhalten bereits im Kindesalter entsteht, laden wir in jedem Jahr die Eltern unserer „neuen“ Schüler aus den fünften Klassen  zu Gesprächsabenden über diese Problematik ein. Vorbereitet und durchgeführt werden diese Gesprächsabende von unserem Beratungslehrer in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Klassenlehrern. Dadurch besteht die Chance, dass es bereits früh zu einer Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus auf diesem Gebiet kommt.


5.3     Trainingsraumprogramm (TR)

 

Seit Beginn des Schuljahres 2003/04 nimmt unsere Schule am sogenannten „Trainingsraumprogramm (TR-Programm)“ teil.

 

Ziele des Trainingsraumprogramms sind:

 

1.       Gewährleistung von störungsfreiem Unterricht

2.       Eigenverantwortliches Denken und Handeln der Schüler

3.       Förderung der Sozialkompetenz, Konflikt- und Teamfähigkeit durch Vereinbarung von Regeln und Erarbeitung von Handlungsalternativen.

4.       Respekt- und rücksichtsvoller Umgang miteinander

5.       Verbesserung der Atmosphäre im Unterricht und in der Schule

 

Grundlage des TR-Programms sind die folgenden Regeln:

 

          1.       Jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernnen.

          2.       Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

          3.       Jeder muss die Rechte des anderen repektieren.

 

Zur Umsetzung des TR-Programms sind klare Verfahrensweisen verabredet:

 

Entscheidet sich ein Schüler nach Ermahnung, sein störendes Verhalten fortzusetzen, muss er in einen dazu vorbereiteten Trainingsraum (TR) gehen.

Dort reflektiert er sein Verhalten und erstellt einen Plan, in dem er darlegt, wie er es schaffen will, in den Unterricht zurückzukehren.

Diesen Plan bespricht er mit dem Trainingsraumlehrer und legt diesen dann dem unterrichtenden Lehrer in der Klasse vor. Dieser entscheidet, ob der Schüler in den Unterricht zurückkehren kann.

Sollte ein Schüler 3 Mal am selben Unterrichtstag in den Trainingsraum geschickt werden, so muss er die Schule verlassen und kann nur in Begleitung der Eltern zur Schule zurückkehren. Die Eltern führen dann ein Beratungsgespräch mit der Schulleitung und dem Klassenlehrer.

Gleiches gilt auch, wenn der Schüler 5 Mal über einen längeren Zeitraum in den TR geschickt wurde.

Tritt dann immer noch keine Verhaltensänderung ein, so findet nach dem 6. Trainingsraumaufenthalt eine Klassenkonferenz statt.

 

Diese Regeln und Abläufe werden zu Beginn jeden Schuljahres allen Schülern und Eltern bekannt gemacht und gelten als verbindlich.

 

 

Im Schuljahr 2004/05 wurde das TR-Programm evaluiert.

 

Dazu wurden statistische Daten erhoben über die Häufigkeit der Besuche, die Verteilung auf verschiedene Klassenstufen, Wochentage und Stunden. 

Zusätzlich wurden die Meinungen von allen Schülern und Lehrern  zum Erfolg des TR-Programms eingeholt.

Ausführliche Datenanalysen liegen zu den Erhebungen vor und können eingesehen werden.

 

Zu den Ergebnissen:

 

1.       Die TR Aufenthalte während des untersuchten Zeitraumes sind leicht rückläufig.

2.       Von den Schülern der Klassenstufen  7 und 8 wird der TR am häufigsten

aufgesucht,   am wenigsten von den Schülern der 10. Klassen.

3.       Der Mittwoch und der Donnerstag sind die am häufigsten ausgelasteten Tage, die Besucherzahl steigt ab der 4. Stunde an.

4.       Alle Lehrerinnen und Lehrer wenden das TR-Programm an, 50% häufig und 50% seltener.

5.       Die Mehrzahl der Lehrer und Schüler sagt aus, dass es ruhiger in der Klasse wird, wenn ein Schüler in   den TR geschickt wurde.

6.       Die meisten Lehrer und Schüler bestätigen eine dauerhafte positive Verhaltensänderung bei Schülern, die mehrfach in den TR geschickt wurden.

  1. Drei Viertel der Lehrer und die Hälfte der Schüler gibt an, dass die Unterrichtsstörungen weniger geworden sind.

 

8.  Die Mehrzahl der Schüler und Lehrer empfindet das TR-Programm als hilfreiche Unterstützung      im Regel- und Wertefindungsprozess der Schule und KLasse.

 

9.  Alle Lehrer stimmen für den Erhalt des TR-Programms als Element des Schulprogramms.

 

Auf der Grundlage der Evaluationsergebnisse fand lediglich eine Veränderung in der Verfahrensweise statt. Das TR-Programm wird in den kommenden Schuljahren fortgesetzt.

 

 

 

6.       Berufswahlvorbereitung

 

6.1     Aufgaben

 

Berufswahlvorbereitung hat die Aufgabe, unsere Schüler in ihrer Berufsfindung zu unterstützen.

Ziel der Berufswahlvorbereitung ist es, die Schüler zu befähigen

 

 

Insbesondere kommt es uns darauf an, dass die Schüler die für die Arbeitswelt so bedeutsamen Schlüsselqualifikationen (Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein) erwerben.

 

Im vorliegenden Konzept beginnt die Berufswahlvorbereitung in der 8. Klasse. Sie wird gemeinsam durchgeführt mit den jeweiligen Klassenlehrern und Fachlehrern der Fächer D, AW, G/P unter Anleitung des Koordinators/der Koordinatoren für die Berufswahlvorbereitung.

 

Wichtigster Kooperationspartner ist für uns nach wie vor die Berufsberatung. Durch Internetzugang in immer mehr Klassenräumen versuchen wir, den Schülern die Möglichkeit zu eröffnen, durch die Nutzung dieses Mediums jederzeit gezielte Informationen über einzelne Berufe sowie über den Ausbildungsmarkt abrufen zu können. Auch weiterhin werden das BIZ, die Praktikumsbetriebe, Eltern, Ausbildungsmessen, weiterführende Schulen usw. eine wichtige Rolle spielen.

 

 

6.2           Praktika

 

Ab der 8. Klasse werden Praktika durchgeführt. Zum Ende des 8. Schuljahres findet ein einwöchiges Schnupperpraktikum statt. Es ermöglicht ein erstes Kennenlernen der Arbeitswelt.

 

Sowohl im 9. als auch im 10. Schuljahr nehmen die Schüler an dreiwöchigen Betriebspraktika teil. Dort sammeln sie Erfahrungen mit der Arbeitswelt und können ihre bisherigen Erwartungen mit der Berufswelt vergleichen.

In einer Ausstellung präsentieren sie den Schülern der 8. Klassen, interessierten Eltern und betrieblichen Vertretern ihre Arbeitsergebnisse und Arbeitsprodukte. In Praktikumsmappen werten die Schüler ihre Praktika aus.


6.3     Berufsberatung

 

Am Ende der 8. bzw. Anfang der 9. Klasse lernen die Schüler ihren zuständigen Berufsberater beim Arbeitsamt kennen. Sie werden mit den Materialien des Arbeitsamtes vertraut gemacht und erstellen einen eigenen Berufswahlfahrplan.

Ein Besuch im BIZ ermöglicht die Nutzung vielfältiger Informationsquellen. Hier werden die Kenntnisse über verschiedene Berufsbilder vertieft.

Die Kontaktaufnahme zwischen Berufsberater und Eltern erfolgt - sofern die Eltern Interesse bekunden - auf einem gesonderten Elternabend. Die persönliche Laufbahnberatung der Schüler findet ab dem Ende des 9. Schuljahres sowohl im Arbeitsamt als auch in der Schule statt. Die Klassenlehrer sind für Eltern und Schüler wichtige Ansprechpartner. Darüber hinaus nutzen wir die Kontakte zu Betrieben, die unsere Schüler ausbilden, da sie wichtige Rückschlüsse für unsere Arbeit vermitteln. Die Informationsangebote der weiterführenden Schulen an besonderen Info – Tagen nehmen wir regelmäßig mit interessierten Schülern wahr.

 

 

6.4           Berufsanfängerseminare

 

Im 9. und 10. Schuljahr führen die Klassen einwöchige Berufsanfängerseminare im Oswald von Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath durch.

Dort werden die Schüler nach vorheriger gemeinsamer Themenabsprache von „Teamern“ intensiv auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Die SchülerInnen erhalten im Anschluss an die erfolgreiche Teilnahme am BAS ein Zertifikat.

Hierzu schreibt eine  pädagogische Mitarbeiterin des Nell-Breuning-Hauses: „Die konzeptionelle Grundlage der Berufsvorbereitungsseminare ist ein Produkt der nunmehr 20-jährigen Zusammenarbeit von CAJ/Nell-Breuning-Haus und vorrangig der Gerhart-Hauptmann-Schule in Alsdorf. Ziel ist eine gesellschaftspolitische Berufs- und Lebensvorbereitung, die auf den Eckpunkten Mitbestimmung, Mitentscheidung und Mitverantwortung ausgerichtet ist.“

 

Das Konzept für die Berufsanfängerseminare sieht folgende Inhalte/Themenfelder  vor:

 

l                Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? – Fremd- und Selbsteinschätzung

l                Die Tragweite der Berufsentscheidung sowie die Auswirkung von Arbeit auf das ganze Leben

l                Konkrete Hilfestellungen für den Berufseinstieg werden gegeben, wie z.B. Bewerbungsprozess, Ausbildungsvertrag, Probezeit etc. unter dem Aspekt „befähigen statt betreuen“

l                Kennenlernen von betrieblichen Zusammenhängen, betrieblicher und gesellschaftlicher Interessenvertretung, z.B. durch Gespräche mit Auszubildenden

l                Auseinandersetzung mit weiteren gesellschaftlichen Fragestellungen, wie z.B. gerechter Lohn, Arbeit ist mehr als nur Geld verdienen, Arbeitslosigkeit, Fremden-feindlichkeit, Chancengleichheit, Menschenwürde
Praktikumsauswertung, Auseinandersetzung mit Fremd-, Mit- und Selbst-
bestimmungsmöglichkeiten in den verschiedenen Lebensbereichen

l                Entwickeln von persönlichen und gesellschaftlichen Zukunftsvorstellungen

l                „Der Zukunft der Arbeit auf der Spur“, eine Internetrecherche

l                Ermutigung zum gesellschaftlichen Engagement mit anderen (nichts verändert sich von selbst)

 

Inhalte der Berufswahlvorbereitung in den Klassen 8, 9 und 10

 

 

Klasse        

Fachunterricht

Gezielte Themen der Berufswahlvorbereitung

Außerschulische

Aktivitäten

 

 

 

 

 

 

 

 

8

 

Deutsch:

Beschreibung, Bericht,

Protokoll, Interview,

Rollenspiele, einfache

Gesetzestexte, Fach-

Sprache, Literatur aus Ar-

beits- und Berufswelt

Erdkunde:

Stadt- und Umlandsbe-

ziehungen,

Industriegebiete,

Mobilität

AW/G/P:

Zünfte, Handwerks-

kammern, Zukunftsaus-

sichten der Arbeitnehmer,

Lohnsystem,

Jugendarbeitsschutz

 

Was bedeutet Berufswahl

für mich?

Was beeinflusst mich bei

Meiner Berufswahl?

Berufslaufbahnskizze,

Berufsfelder kennen lernen

Meine Interessen

Erkennen,

Berufe erkunden,

(mach’s richtig)

PC-Berufswahlprogramm,

Anlegen einer Berufs-

Wahlmappe

 

Betriebserkundungen

Menschen an ihrem

Arbeitsplatz (Eltern)

Kennenlernen und

Kontakt mit der

Schüler-Jobbörse für

Schüler ab 14

einwöchiges Schnupper-

Praktikum

Kennenlernen des

Berufsberaters

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9

 

Deutsch:

eine Bewerbung

vorbereiten,

Literatur aus Arbeits-

und Berufswelt,

einen Praktikumsbericht

schreiben, sich auf dem

Arbeitsmarkt zurecht-

Finden

AW/G/P:

Industrielle Revolution,

Arbeiterbewegung,

Soziale Frage, Frauenarbeit, Rationalisierung,

Automation

Erdkunde:

Bevölkerungsentwicklung,

Umweltschutz,              

 

Planspiel „Berufswahl“

mit Teilnahme des Berufs-

beraters,

Arbeitshefte (mach’s

richtig)

Meinen Fähigkeiten auf

der Spur,

Blick in die Zukunft,

Wie informiere ich mich?

Angebote des regionalen

Arbeitsmarktes auswerten,

eigene Lebensplanung,

Berufseingangstests,

Vorstellungsgespräche,

Was brauche ich zum

Leben?

 

 

 

 

Vorpraktikum im hand-

werklichen Bereich auf frei-

williger Basis,

erster Besuch im BIZ,

dreiwöchiges Betriebs-

Praktikum mit Ausstellung,

Elternabend mit dem Berufs-

berater, Elternsprechtag mit

Schullaufbahnberatung,

Einzelgespräche mit dem

Berufsberater,

Schüler-Jobbörse,

Besuch des BGZ in

Simmerath, Besuch der

Ausbildungsmessen in

Alsdorf und Aachen

Erstes BAS in Herzogenrath

 

 

 

 

 

 

 

10

 

Deutsch:         

Bewerbungsmappen erstellen/abschicken, Erfahrungen über die Arbeitswelt austauschen, Berufsentscheidungen überdenken, über ein Praktikum schreiben,                                 AW/G/P :                           Globalisierung, Neue Technologien und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt 

Interessenvertretung im Betrieb

 

Einüben von Schlüsselqualifikationen, Bewerbungstraining, Eignungstests, Informationen zum Ausbildungsmarkt auswerten, regelmäßige Beratungsgespräche mit dem Berufsberater in der Schule

 

Zweites BAS in Herzogenrath, zweites Betriebspraktikum, Besuch der weiterführenden Schulen im Kreis Stolberg, Herzogenrath, Alsdorf, Besuch der Ausbildungsmessen in AC und Alsdorf



6. 5   
Schülerfirmen

 

Im Jahre 2002/03 wurde an unserer Schule durch die SchülerInnen der damaligen Förderklasse 9 F erstmalig eine Schülerfirma, die Holzwurm AG , gegründet.

 

Bildungspolitiker und Vertreter der Wirtschaft sind sich einig darin, dass durch die Gründung von Schülerfirmen sowohl qualifizierte Grundkenntnisse des Wirtschaftslebens als auch Grundtugenden und Schlüsselqualifikationen besonders gut vermittelt werden können. Unsere positiven Erfahrungen mit der Holzwurm AG bestätigen diese Einschätzung, denn wir können nach zweijähriger Erprobung in der Praxis bestätigen, dass Schüler besonders motiviert und leistungsorientiert arbeiten, wenn theoretische Inhalte unmittelbar in Verbindung mit der Praxis vermittelt werden können. Schülerfirmen bieten dazu eine gute Möglichkeit.

 

Schülerfirmen sind keine realen Firmen, denn im Vordergrund steht nicht der finanzielle Gewinn. Es geht vor allem um fächerübergreifende Lernprozesse. Jedoch arbeitet eine Schülerfirma wie eine richtige Firma. Unterricht wird dadurch zum Ernstfall, und zwar in Zusammenhängen mit Abläufen, zu denen es auch im realen Wirtschaftsleben immer wieder kommt. Die Schüler lernen Preise zu kalkulieren, Angebote zu erstellen, ein Konto zu eröffnen und zu führen und den Umgang mit Kunden. Dabei erwerben sie sowohl handwerkliche als auch theoretische Fähigkeiten und sie erhalten Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Schülerfirmen leisten also auch einen wesentlichen Beitrag zur Berufswahl.

 

Die positiven Erfahrungen, die wir mit unserer Schülerfirma gemacht haben, trugen dazu bei, dass wir – nachdem wir unsere Förderklasse leider nicht fortführen konnten (siehe 4.2) – zur Zeit erproben, wie sich das Konzept Schülerfirma in den Unterricht einer Regelklasse integrieren lässt. Auch Klassenpflegschaft und Schulkonferenz sprachen sich einstimmig dafür aus. Zu Beginn des Schuljahres 04/05 übernahmen die Schüler der Klasse 10A1 die Holzwurm AG. Eine zweite Schülerfirma - die Pausenschmecker AG – wurde neu gegründet. Zur Zeit führt die Klasse 8c beide Firmen weiter. Im Rahmen des Stundenplanes steht den Schülern ein Block von vier Unterrichtsstunden (zwei Stunden Hauswirtschaft/Technik, zwei Stunden PROFA) zur Verfügung. Diese Stunden sind doppelt besetzt. Beide Schülerfirmen haben ein eigenes Firmenkonzept.

 

 

 

Beide Schülerfirmen sind Schüler-Aktiengesellschaften. Das erforderliche Startkapital wurde durch den Verkauf von Aktien mit einem Nennwert von 5 € aufgebracht. Nach Ablauf des ersten Halbjahres werden die „Belegschaften“ ausgetauscht. Dadurch ist gewährleistet, dass den Schülern handlungsorientierte Lernprozesse in verschiedenen Bereichen ermöglicht werden.




7.     Schulleben

 

7.1 Elternarbeit

 

Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von erfolgreichem Lernen, insbesondere von individuell entwickelten Erziehungskonzepten.

Einen wesentlichen Teil dieser Arbeit leisten unsere Sonderpädagogen und Klassenlehrer in persönlichen Beratungsgesprächen, Telefonaten, Besuchen, Sprechstunden usw.

Häufig werden noch weitere Institutionen mit in diese  Arbeit einbezogen (Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen, Therapeuten, Ärzte usw.)

Diese Arbeit wird von den meisten Eltern positiv angenommen.

Weitere Handlungsfelder der Elternarbeit bieten die Mitwirkungsorgane des Schulmitwirkungsgesetzes.

Für die Mitarbeit und Mitgestaltung von Schule sieht unsere derzeitige Schupflegschafts-vorsitzende vielfältige Möglichkeiten:

 

·     Unterstützung im Erziehungsprozess einzelner Schüler (z.B. bei Klassenkonferenzen)

·     Mithilfe und Gestaltung von Klassenaktivitäten (Feiern, Feste, Projekte, Ausflüge, Diskussionen mit Schülern im Unterricht, Elternstammtisch, Klassengestaltung)

·     Mithilfe und Gestaltung von schulischen Aktivitäten (Projektwoche, Schulfest, Pausenverkauf usw.)

·     Wahrnehmung der elterlichen Mitsprachemöglichkeiten im Rahmen des Schulmitwirkungsgesetzes (Klassenpflegschaften, Schulpflegschaft, Schulkonferenz)

·     Unterstützung des Fördervereins durch materielle oder ideelle Hilfe)

·     Engagement zur Durchsetzung politischer Forderungen für die Schule gegenüber der Stadt bzw. dem Land (z.B. Erweiterungsbau)

 

Elternarbeit ist eine unverzichtbare Bereicherung unseres Schullebens, zu der einige engagierte Eltern, insbesondere die gewählten Pflegschaftsvertreter, einen wirkungsvollen  Beitrag leisten.

Das Engagement aktiver Eltern ist ermutigend für alle am Schulleben Beteiligten. Den Kreis der aktiven Eltern zu erweitern bleibt eine wichtige Aufgabe.

 


Förderverein

 

Der Förderverein der Gerhart-Hauptmann-Schule wurde im Jahre 1991 gegründet. In ihm sind Eltern, Lehrer und interessierte Personen organisiert.

Seine Aufgabe ist:

 

 

Finanziert wird er aus Spenden und Jahresbeiträgen.

 

 

7.3     Feste - Feiern - Klassenfahrten

 

Im Ablauf des Schuljahres werden regelmäßig Feste sowohl religiöser  als auch kultureller Tradition begangen. Dazu kommen noch Feiern zu bestimmten Anlässen, Grillfeste, gemeinsame Frühstücke und Klassenfeste verschiedenster Art. Feste und Feiern bieten die Möglichkeit, unsere kulturelle Vielfalt als Bereicherung zu erleben.

In regelmäßigen Abständen führen wir ein Schulfest mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch. Diese Feste sind Ort der Begegnung von Eltern, Schülern, Lehrern, Nachbarschaft und Repräsentanten der Stadt.

Klassenfahrten sind von großer Bedeutung, sie fördern das Gemeinschaftserlebnis und lassen die Schüler Zusammenhalt sowie Spiel und Spaß über den Schulalltag hinaus erleben.

Z. T. werden sie  aus Kostengründen in Selbstversorgerhäuser durchgeführt. Die Vorbereitung erfolgt in Projekten aus den Bereichen AH und AW. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch Tagesausflüge.

 

 

7.4     SV – Arbeit

 

Regelmäßig tritt die Schülervertretung, bestehend aus den Klassensprechern und ihren Stellvertretern zusammen. Sie bespricht anstehende Probleme und Aktivitäten. Die Klassen-sprecher protokollieren die Tagesordnungspunkte und die Beschlüsse, um sie später ihrer Klasse vorzutragen.

Auf den Fluren sorgen SchülerInnen der Klassen 8 – 10 während der Pausen für Ordnung.




8.       Öffnung von Schule

 

8.1            Arbeitsamt

 

Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung ist ein enger Kontakt zu dem zuständigen Berufsberater des Arbeitsamtes Aachen entstanden.

Zu Beginn der 9. Klassen stellt der Berufsberater sich den Eltern vor. Alle Schüler legen eine  Berufswahlmappe an, in der ihre Schritte auf dem Weg zur Berufswahlfindung dokumentiert werden. Einmal im Monat ist der Berufsberater einen ganzen Vormittag in der Schule und steht für Gespräche, auch mit Eltern, für Rückfragen und Terminabsprachen bereit. Er kommt in den Unterricht der 9. und 10. Klassen und stellt das Spektrum regionaler Ausbildungsmöglichkeiten vor. Im Arbeitsamt selbst wird eine Ausbildungsstellenvermittlung organisiert. Schüler, die dahin-

gehend  beraten worden sind, können im Arbeitsamt einen Test zur Berufsfähigkeit ablegen. Nach erfolgter Berufswahl oder Vermittlung in eine Fördermaßnahme nach der Schulzeit betreut der Berufsberater weiterhin diejenigen Schüler, die nach einem Ausbildungsabbruch eine andere Ausbildung anstreben.

 

8.2           Bücherei

 

Die 5. Klassen besuchen im Rahmen der Unterrichtsreihe „Bücher“ und zur Vorbereitung des Lesewettbewerbes des deutschen Buchhandels die Stadtbücherei. Durch den Besuch in der Bücherei sollen die Schüler motiviert werden, für den privaten und schulischen Gebrauch Bücher und andere Medien auszuleihen. Der beim ersten Besuch erstellte Ausweis dient der Klasse bis zum 10. Schuljahr.

 

8.3     Kirche

 

Wir stellen immer wieder fest, dass im Alltagsleben unserer Schüler in Folge des gesellschaftlichen Säkularisationsprozesses nur noch bei einem geringen Teil eine religiöse oder kirchliche Bindung vorhanden ist. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass viele Kinder und Jugendliche orientierungslos sind, weil es an verbindlichen Werten und Normen fehlt. Kirche und die ihr angehörenden Gruppierungen können – wenn dies unter Einbezug der heutigen Lebens- und Welterfahrung geschieht - einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Bewältigungsmuster für das Leben aufzuzeigen. Wir sind deshalb offen für eine Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen.

 

8.3.1 Zusammenarbeit mit  Pfarrgemeinden

 

Die Religions- oder Klassenlehrer der 5. und 6. Klassen setzen sich zu Beginn des Schuljahres mit dem evangelischen Pfarrer der Martin-Luther-Kirche und der Gemeindereferentin der katholischen Pfarre St. Josef  zusammen. Diese Gespräche dienen dem Gedankenaustausch über die Situation in der Schule und den Pfarrgemeinden. Gegenseitige Erwartungen und Erfahrungen werden ausgetauscht.

 Mehrmals im Verlauf des Schuljahres finden an bestimmten Tagen für die 5. und 6. Klassen in der ersten Unterrichtsstunde ökumenische Schulgottesdienste statt, und zwar abwechselnd in der katholischen oder evangelischen Kirche.

Sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Kirche wurden uns in den letzten Jahren immer wieder Räumlichkeiten für die Schulentlassfeier zur Verfügung gestellt.

Die schwierige Personalsituation in den Kirchengemeinden erschwert leider eine  Zusammenarbeit. Gäbe es z.B. eine(n) hauptberufliche(n) Schulseelsorger/in, könnte die Zusammenarbeit intensiviert werden.

 

 

8.3.2 Zusammenarbeit mit der CAJ (Christliche Arbeiter Jugend)

 

Seit 1985 finden im Rahmen der Berufswahlvorbereitung für unsere 9. und 10. Klassen einwöchige Berufsanfängerseminare (siehe auch 6.6) statt. Diese werden im Oswald –Nell –Breuning -Haus in Herzogenrath durchgeführt. Eine hauptberufliche pädagogische Mitarbeiterin dieser katholisch-sozialen Bildungseinrichtung sowie MitarbeiterInnen des Jugendverbandes CAJ sind für die inhaltliche Ausrichtung dieser berufsvorbereitenden Seminare verantwortlich. Sowohl die Wünsche der Zielgruppe als auch Anregungen der teilnehmenden KlassenlehrerInnen  werden bei der Programmgestaltung berücksichtigt.

 

 

8.4     Schüler – Jobbörse – Alsdorf

 

Seit 1998 ist die Gerhart – Hauptmann – Schule Kooperationspartner der Schüler – Jobbörse, Alsdorf. Träger dieser Einrichtung ist der Verein zur Förderung der kirchlichen Jugendarbeit e. V. aus Aachen.

Die Schüler – Jobbörse vermittelt Jugendlichen ab 14 Jahren Taschengeldjobs in verschiedenen Bereichen (Gartenarbeit, Prospektverteilung, Autopflege, Stadthalle, Babysitten usw.)

Diese Vermittlung wird in Kooperation mit der KOT St. Castor durchgeführt. Die dort eingesetzten Sozialarbeiterinnen halten regelmäßige Sprechstunden in der Schule ab, um Kontakte zu den SchülerInnen anzubahnen, Termine zu klären oder Vermittlungen durchzuführen.

Die Zusammenarbeit mit der KOT erweist sich als sehr sinnvoll und nützlich. Die Schule erhofft sich mit dieser Kooperation, die Schüler auf das Arbeitsleben und dessen Anforderungen vorzubereiten. Schüler, die sich in diesen Taschengeldjobs bewähren, entwickeln auch in der Schule eine Stärkung ihrer Persönlichkeit.

 

 

8.5     Unfallrettungsdienst

 

Im 9. und 10. Schuljahr bietet der Johanniter Hilfsdienst einen Erste Hilfe – Kurs an. Es ist ein mehrtägiger Tageskurs von 5 – 6 Stunden pro Tag, bei dem die Schüler theoretisch und praktisch von qualifizierten Unfallhelfern des Johanniter Hilfsdienstes ausgebildet werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten interessierte Schüler den „Erste - Hilfe – Schein“, der auch zum Erwerb des Führerscheins verwendet werden kann.

 

 

8.6 Mofakurse

 

In diesen Kursen werden Jugendliche im Alter von ca. 14   ½ Jahren ( Klasse 9 ) auf die erstmalige motorisierte Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr vorbereitet. Ziel des Kurses ist die sichere Beherrschung von Fahrzeug- und Verkehrsregeln. Darüber hinaus vermittelt er Grundlagen, die den Jugendlichen auch später beim Erwerb des Führerscheins für Leichtkraftrad, Motorrad oder PKW zugute kommen.

Die Ausbildung dauert ein halbes Schuljahr (ca.  16 – 20 Doppelstunden), wird in Gruppen mit 10 – 12 Teilnehmern durchgeführt und beinhaltet ja etwa zur Hälfte Theorie und Praxis.

Die praktischen Übungen werden auf dem Gelände der städtischen Jugendverkehrsschule  in Alsdorf – Ofden durchgeführt. Hierbei wirkt bei der Abnahme der Prüfungsstunden ein Verkehrserziehungsbeamter der Polizei mit. Die Kosten für die komplette Mofa – Ausbildung liegen bei ca. 40 DM.

 

 

8.7  Schülerwettbewerbe

 

Mehrere Klassen und Lerngruppen nahmen im Verlauf der letzten Jahre an Wettbeweben auf regionaler und nationaler Ebene teil. Wir ermutigen die Schüler zur Teilnahme an diesen Wettbewerben, denn durch zielgerichtetes handeln in Projekten können Leistungsbereitschaft, Lernmotivation und Teamgeist gefördert werden. Auch im Hinblick auf die Zielsetzung „Öffnung von Schule“ leistet die Teilnahme an Wettbewerben einen wichtigen Beitrag.

Mehrmals wurden Lerngruppen unserer Schule mit Preisen und Urkunden ausgezeichnet:

 

 

Jahr

Klasse/Lerngruppe

Wettbewerb

Platzierung

 

1997

 

8b

 

Keine Macht den Drogen (Landkreis Aachen)

 

Die Klasse hatte im Rahmen des Kunstunterrichts eine Kalender zur Thematik Sucht erstellt.

 

 

1.Platz

 

 

1998

 

9 a/b/c

 

Umweltpreis (Landkreis Aachen)

 

Schüler/innen der 9. Jahrgangsstufe hatten

-        auf dem Dach der Schule eine Solaranlage installiert

-        den Speicher der Schule isoliert

-        ein Flachdach begrünt

 

 

 

1. Platz

 

 

 

 

1999

 

9 F

 

Jugend übernimmt Verantwortung (Bundeswettbewerb)

 

Für ihr Projekt „Wir planen und bauen eine Stellwand“ wurde die Klasse in Berlin ausgezeichnet.

 

 

3. Platz

 

 

 

2000

 

10 F

 

Jugend übernimmt Verantwortung (Bundeswettbewerb)

 

Zum zweiten Mal wurde die Klasse nach Berlin eingeladen um für das Projekt „Wir planen und bauen Stehtische für unsere Schule“ den Preis entgegenzunehmen.

 

 

3. Platz

 

2002

 

10 F

 

Goldener Floh : Förderpreis für Praktisches Lernen

 

Die Klasse erhielt den Förderpreis (NRW) für ihr Projekt „Wir planen und bauen Einzelarbeitstische für unsere Klasse“

 

 

4. Platz

 

2003

 

9 F

 

Bildungspreis EduWard  (Landesweiter Wettbewerb)

 

Mit diesem Preis wurde die Gründung der „Schülerfirma Holzwurm AG“ ausgezeichnet.

 

 

1. Platz

 

2004

 

10 F

 

 

Bundeswettbewerb  So mobil ist Schule

 

Ausgezeichnet wurde die Art des handlungsorientierten  Lernens im Rahmen der „Schülerfirma Homzwurm AG“

 

 

3.Platz

 

 

 

8.8     Interkulturelle Verständigung

 

Die Negativschlagzeilen in jüngster Vergangenheit über ausländerfeindliches Verhalten  innerhalb unserer Gesellschaft haben erneut  verdeutlicht, wie wichtig die Erziehung zu Toleranz gegenüber den verschiedenen Nationalitäten und Religionen ist. Seit langem ist es unser Anliegen, die Schüler dahingehend zu erziehen,  jeder Minderheiten-Kultur  mit Respekt, Verständnis und Toleranz zu begegnen. Sie sollen die Basiswerte unserer Demokratie akzeptieren und mit Leben erfüllen.

 

Obwohl unsere Schule eine – wenn auch kleine – überwiegend funktionierende multikulturelle Gesellschaft ist, in der das Zusammenleben verschiedener Nationalitäten weitestgehend gelingt, bleibt für uns die oben genannte Zielsetzung ständig aktuell.

 

Folgende Beispiele aus der Unterrichtspraxis sollen verdeutlichen, wie wir versuchen, bei unseren Schülern eine neugierige Offenheit anderen Kulturen gegenüber zu fördern.

 

 

 

 

 

Dass für den größten Teil unserer Schüler das Zusammenleben mit Menschen anderer Nationalitäten und auch Freundschaften zwischen Schülern unterschiedlicher Herkunft zur Normalität geworden sind, verdeutlicht der erfolgreiche Ablauf des GÖS- Projekts „Wir verstehen uns“ aus dem Schuljahr 98/99

 

 

Während in den Medien oft negative Schlagzeilen im Vordergrund stehen, wollten SchülerInnen der 9.Klasse positive Erfahrungen hervorheben, und zwar nicht durch Worte, sondern durch großformatige Bilder. Die Bilder sollten, das war das Ziel des Projekts, ohne viel Text eine überzeugende Sprache sprechen: Sie sollten zeigen, dass das Zusammenleben nicht nur möglich ist, sondern für alle eine Bereicherung sein kann. Die Schüler organisierten in Absprache mit der GSK (Gesellschaft für Schulfotografie), welche sich bereit erklärt hatte zum Selbstkostenpreis zu arbeiten,  eine Foto-Aktion. Alle Schüler unserer Schule wurden eingeladen, sich mit einem oder mehreren ausländischen Freunden fotografieren zu lassen. Jedes Bild sollte später mit einem Textzusatz  (Motto des Projekts: „Wir verstehen uns“,  Namen der Schüler und deren Herkunftsländer) versehen werden. 160 SchülerInnen aus allen Klassen nahmen an der Foto-Aktion teil. Es entstanden mehr als 50 großformatige Bilder. Die Poster wurden gerahmt und an den Wänden unserer Flure angebracht. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne verbalen moralischen Appell „werben“ sie für die Realisierung einer multikulturellen Gesellschaft.



9.       Evaluation

 

9.1     Begründung von Evaluation

 

·       Impulse für Schulentwicklung

·       Mittel der Selbststeuerung

·       Grundlage der Reflexion über die Qualität der geleisteten Arbeit

 

9.2     Ablauf der Evaluation

 

Zu festgelegten Zeiten werden vor und im Laufe des Schuljahres Ziele im Erziehungs -und/oder  Lernbereich definiert. Diese Ziele können für Jahrgangsstufen, Klassen oder die ganze Schule gelten.

Gremien für die Festlegung sind die Jahrgangsstufenteams oder die Lehrerkonferenz.

In der Festlegung auf einen Zielkomplex werden auch die Kontrollmethoden angegeben. Ziele und Evaluation werden schriftlich dokumentiert. Besonders die Analyse des Weges zu den Zielen wird schriftlich in Kurzform niedergelegt. Auf einer permanenten Wandzeitung wird das Kollegium über die Vorhaben in den einzelnen Jahrgangsstufen informiert. Die Vorhaben sollen im Zeitrahmen von 10 Wochen bis zu einem Schuljahr liegen.

 

9.3     Methoden der Evaluation

 

·       Befragung von Schülern

·       Befragung von Eltern

·       Die Stichprobe

·       Kartenabfrage

·       Das Interview

·       Die Verhaltensbeobachtung

·       Auswertung von Statistiken

·        Die ergebnisorientierte Diskussion in Konferenzen

 

9.4     Grundsätze der Evaluation

 

·       Jedes Verhalten muss auf seine Wirksamkeit, seinen Erfolg überprüft werden.

·       Der Umfang der Überprüfung muss leistbar für alle Beteiligten sein.

·       Durch Evaluation darf keiner bloßgestellt  werden.

·       Evaluationsergebnisse sind frei zugänglich und werden in einem Ordner im Lehrerzimmer aufbewahrt.

·       Evaluation hat als erstes Ziel, Leistung zu optimieren

·       Evaluation kann, muss aber nicht von den am Vorhaben beteiligten durchgeführt werden.

·       Auf eine Abwechslung in den Methoden der Evaluation sollte Wert gelegt werden.

·       Die Schulleitung hilft bei der Auswahl und Bereitstellung der Evaluationsmedien.

·       Die Qualitätsmaßstäbe dürfen nicht zu hoch angesetzt werden..

·        Der emotionale Faktor der Arbeit mit Schülern soll bei der Evaluation beachtet werden, auch wenn er nicht immer messbar ist.


Zu Beginn der Evaluation sollte mit kleinen Vorhaben begonnen werden, damit mit der Zeit eine Sicherheit bei der Anwendung der Methoden entsteht.

Evaluation ist kein Selbstzweck sondern ein Instrument zur Darstellung schulischer Arbeit.

Anregungen für die Zielsetzungen kommen von Schülern, Eltern, Lehrern oder von außerschulischen Partnern der Schule.

 

 

 

10.  Perspektiven

 

Sowohl die Lehrer- als auch die Schulkonferenz sprachen sich im Dezember 2005 bzw. im Januar 2006 einstimmig dafür aus,  die erforderlichen Anträge zu stellen, damit unsere Schule zukünftig als Ganztagsschule geführt werden kann.




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