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AUF DEM WEG ZUR INKLUSIVEN SCHULE

Gerhart – Hauptmann – Schule erhält 1. Preis für das beste Konzept

Seit einigen Jahren werden an der Gerhart-Hauptmann-Schule neben den Regelschülern auch Schüler unterrichtet, bei denen in der Grundschulzeit ein sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Schwerpunkt Lernen oder dem Förderschwerpunkt Erziehung diagnostiziert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen Hauptschullehrern und Sonderpädagogen ist seit langem eine Selbstverständlichkeit. Die Entscheidung für diese integrative Art des Lernens basiert auf dem Konsens innerhalb des Kollegiums und der Schulleitung, dass jedes Kind ein Recht darauf hat, ohne Diskriminierung durch Selektion seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend gemeinsam mit anderen Kindern gefördert zu werden.
Die Bildungspolitik in NRW wird in den kommenden Jahren eine Hauptaufgabe haben: Sie wird, nachdem die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention am 26.März 2009 ratifiziert hat, ein inklusives Bildungssystem entwickeln müssen. Das heißt: Eltern, die ihr behindertes Kind (dazu zählt man auch Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf) in einer Regelschule anmelden wollen , haben künftig  ein Recht darauf, dass ihr Kind einen diskriminierungsfreien Zugang zum Regelschulsystem erhält. Für den Schulträger und das Land NRW folgt daraus, dass sie verpflichtet sind, die erforderlichen personellen und räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, um damit allen Kindern den Zugang zum allgemeinen Unterricht zu ermöglichen.

Die Gerhart-Hauptmann-Schule fühlt sich auf dem richtigen Weg zur Inklusion. Sie ist stolz darauf, schon vor Jahren den Weg hin zu einer inklusiven Schule eingeschlagen zu haben. Für ihr Konzept, das dem gemeinsamen Lernen zugrunde liegt, erhielt die Schule  eine besondere Auszeichnung. Alle allgemeinen Schule in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Heinsberg, Düren und Euskirchen, die bereits Erfahrungen mit der gemeinsamen Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung gemacht haben, konnten sich mit ihren Konzepten an einem Wettbewerb beteiligen. Die Gerhart- Hauptmann-Schule hatte an diesem Wettbewerb teilgenommen. Nach Auswertung der eingegangenen Konzepte einigte sich die Jury darauf, die Gerhart-Hauptmann-Schule mit dem
           
1. Platz des Walter-Reuß-Preises auszuzeichnen.

Im Cinetower Alsdorf fand am 12. April 2010 die feierliche Preisverleihung statt. Schulamtsdirektor Peter Kaiser, Sibylle Reuß, die Ehefrau des verstorbenen Schulamtsdirektors Walter Reuß und Christiana Roob, Vorsitzende des Regional-Verbandes Sonderpädagogik e.V. überreichten Schulleiter Axel Ehl eine Urkunde und einen Geldpreis in Höhe von 1000,-€.  Durch diese Auszeichnung fühlen sich Schulleitung und Kollegium darin bestärkt, auch weiterhin Schritte in Richtung inklusives Lernen zu gehen. In einer Zeit, in der an fast allen Hauptschulen die Anmeldezahlen rückläufig sind, freut sich die Gerhart-Hauptmann-Schule außerdem darüber, dass auch für das Schuljahr 2010/2011 so viele Eltern ihr Kind angemeldet haben, dass erneut zwei Klassen gebildet werden können, in denen gemeinsames Lernen stattfinden wird. Auch die Eltern befürworten also diese Art des Lernens.






Kräftige Finanzspritze für den Förderverein

    Schüler und Lehrer freuen sich über die Unterstützung
    Freude durch Entwicklung in der Schulpolitik getrübt

An einer Hauptschule hat es eher Seltenheitswert, dass Außenstehende auch das Positive sehen, das an dieser Schulform pädagogisch geleistet wird. Dieter Rehfeld, Geschäftsführer des Unternehmens regio iT Aachen ist da eher eine Ausnahme. In einer Feierstunde, an der Schülerinnen und Schüler, das Kollegium und auch Bürgermeister Alfred Sonders teilnahmen, überreichte Dieter Rehfeld gemeinsam mit dem kaufmännischen Leiter Dieter Ludwigs symbolisch frisches Obst an Schülerinnen und Schüler der Gerhart Hauptmann Schule. Unmittelbar vorher war eine Spende seines Unternehmens in Höhe von 4000,-€ auf dem Konto des Fördervereins der Schule eingegangen.

„Das ist die Spende unseres Lebens“, betonte Schulleiter Axel Ehl in seinen Dankesworten. Erst einige Wochen zuvor hatte die Schule 1000,-€ für den ersten Preis des Wettbewerbs „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“ erhalten. Auch der Geschäftsführer der regio iT hatte, unabhängig von diesem Wettbewerb, von dem integrativen Konzept der Gerhart Hauptmann Schule gehört. „Solche Bereiche in unserer Gesellschaft verdienen unsere Beachtung – und eine stärkere Lobby“, sagte er in seiner Begründung für die Auswahl des Spendenempfängers.
Neben dem überzeugenden  pädagogischen Konzept der Schule war für die regio iT ein weiterer Aspekt für die Spende ausschlaggebend. Nicht alle Ganztagsschüler können es sich leisten, in der provisorischen Mensa der Schule mittags zu essen. Ihnen fehlt ganz einfach das erforderliche Geld. Die Spende soll unter anderem dafür verwendet werden, dass demnächst in der Mittagszeit kostenlos frisches Obst zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Schule hatte darauf gehofft, dass dies dann nach den Sommerferien in dem versprochenen Mensaneubau erfolgen könne. Darauf wies Schulleiter Axel Ehl in seiner Ansprache hin.  Er sprach damit auch eines der Probleme an, mit denen sich die Schule zur Zeit konfrontiert sieht. Die Freude über die anerkennenden Worte des Geschäftsführers der regio iT wurde bei den Schülerinnen und Schülern sowie beim Kollegium der Schule dadurch getrübt. Es fällt schwer nachzuvollziehen, dass trotz eines eindeutigen Ratsbeschlusses der Stadt Alsdorf für einen Mensaneubau der erste Spatenstich noch immer nicht getan wurde – aus finanziellen Gründen ! Die Aussagen von Politikern aller Ebenen, die nicht müde werden, immer wieder zu betonen, wie wichtig es sei, in gute Bildung zu investieren, können die Kolleginnen und Kollegen der Gerhart Hauptmann Schule damit nicht in Einklang bringen.  Schließlich hatten sie, als sie den einstimmigen Beschluss für den Ganztagsunterricht fassten, darauf vertraut, dass die für den Bildungsbereich Verantwortlichen der Kommune und des Landes der Gerhart Hauptmann Schule neben den personellen auch die erforderlichen räumlichen Ressourcen  zur Verfügung stellen würden. Ob der Vertrauensvorschuss gerechtfertigt war, muss sich noch zeigen.